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Trophäentransport und Präparation

Dieses Thema wird  von Jagdreisevermittlern gern außer Acht gelassen, weil man zum einen keine genauen Angaben machen kann und zum anderen den Kunden nicht durch hohe Gesamtpreise abschrecken möchte. Auch ich kann hier keine festen Preise nennen, möchte aber mit einigen Beispielen aus der Praxis einen Anhaltspunkt geben. Als Faustregel für eine durchschnittliche Jagdsafari mit 5 bis 7 Trophäen gilt:  Trophäentransport + Rohpräparation kosten ungefähr soviel wie Ihr Flugticket (1 - 2 Großantilopen, 2 mittelgroße Antilopen, 2 Kleintrophäen wie Keilerwaffen oder Duckerschädel). Durch ständige Kursschwankungen und Preiserhöhungen kann es zu Abweichungen von bis zu 20% kommen! Im Oktober 2004 wurde eine Kiste an mich versandt, in der ein Sammelsurium von etlichen Trophäen - roh und fertig verpackt - von einer Jagdgruppe war. Hier die Packliste:

WildartTrophäeWildartTrophäe
KuduSchädel gebleichtStreifengnuSchädel gebleicht + Cape roh
Kududto. BlessbockSchädel gebleicht
Kudurohes CapeImpalaSchädel gebleicht
Pavian*GanzpräparatWarzenschwein2 x Waffen roh
Oryx*Decke gegerbtWarzenschweinSchädel + Cape roh
StraussStänder präpariertHartebeestSchädel gebleicht
Straussenküken*PräparatStreifengnuSchädel gebleicht
ElandSchädel auf BrettBuschbockCape roh + Backskin gegerbt
StreifengnuSchädel gebleichtSchakal2x Balg gegerbt

Die Kosten für den Präparator (mit Ausnahme der mit * gekennzeichneten Gegenstände) beliefen sich auf 890,- Euro

Frachtkosten bei 100KG Volumen = 853,- Euro

Einfuhr, Spedition in D, Zoll und Veterinärgebühren, etc. = 1059,-Euro

Wie man sieht: es lohnt es sich, wenn man sich mit mehreren Jägern die Frachtkosten teilt.

Wären alle Trophäen mit Cape in SA präpariert worden, hätten sich die Präparations- und Frachtkosten vervielfacht. Der Preisvergleich hält jedoch nur Stand, wenn man einen preiswerten (nicht billigen!) Präparator aus Deutschland mit der weiteren Bearbeitung beauftragt. Am Pavian kann ich das aktuell belegen: Präparationskosten in SA waren 700,- Euro, ein guter Deutscher Betrieb aus Brandenburg verlangt ca. 900,- Euro dafür, namhafte Spitzenbetriebe den zweifachen bis dreifachen Betrag!

Trophäenpräparation

  Präparation bei einem afrikanischen Betrieb

  Vorteil: teilweise günstigere Preise

Nachteil: höhere Frachtkosten und kaum Möglichkeit zur Reklamation bei schlechter Qualität und nicht eingehaltenen Lieferterminen. 

Rohversendung aus dem Herkunftsland und Präparation in Deutschland

 Vorteil: schneller Versand, niedrige Frachtkosten und Möglichkeit zur Reklamation 

Nachteil: höhere Präparationskosten

Ein Wort hierzu: ich habe gute und schlechte Erfahrungen mit verschiedenen ausländischen Präparatoren gemacht. Die schlimmsten Patzer waren: vertauschte Trophäen, unsaubere Arbeit und in einem Fall eine Lieferzeit von 3 Jahren, obwohl 10 Monate versprochen wurden. Einmal bekam ich statt eines Schädels eine Kopf/Trägermontage, usw., usw.

Auf der anderen Seite wurden meine besten Präparate und Gehörne von einem Präparator aus Windhoek gefertigt (Reiser). Man kann hier pauschal keine Empfehlung aussprechen, es hängt auch meist von der Größe und Art der Trophäe ab, ob die eine oder die andere Variante für den Kunden geeigneter ist.

Einige Outfitter bringen Ihre Kunden zu dem Präparator, der am besten für die Vermittlung von Kunden zahlt. Das trifft jedoch auf die von mir vermittelten Outfitter nicht zu! Klären Sie vor der Jagd, zu welchem Betrieb Ihre Trophäen gebracht werden sollen und lassen Sie sich am besten mehrere Vorschläge unterbreiten.

Auch bei der Wahl eines Präparators in Deutschland sollten Sie einiges beachten. Nicht jeder Betrieb hat ausreichende Erfahrungen mit ausländischem Wild! Auch die Preisunterschiede bei Deutschen Präparatoren sind teilweise beträchtlich.

Wer auf sein Geld achten muss (wer muss das nicht?), kann auch die getrockneten Capes zuhause aufbewahren und vorerst nur die gebleichten Schädel als Trophäe an die Wand hängen. Später können dann nach und nach die Schädel mit den Capes zum Präparator zwecks Anfertigung einer Trägermontage gebracht werden. Ein weiterer Vorteil dieser Variante ist, dass man sich nicht gleich festlegen muss, was denn mit der Trophäe geschehen soll und die Kosten für das Abziehen des Capes und die Rohpräparation sind nicht sehr hoch. Wenn man sich später dann doch entscheidet, nur den Schädel als Trophäe zu behalten, kann man das getrocknete Cape (sofern die Wildart nicht den CITES - Bestimmungen unterliegt) noch verkaufen.

Ein guter Rat zuletzt: ganz gleich, ob Sie beim Präparator in Südafrika nur roh behandeln lassen oder fertige Trophäen bestellen - lassen Sie sich immer folgendes quittieren: Art und Anzahl der Trophäen, Details (Präparat schaut nach links oder nach rechts, usw.), Gesamtkosten, geleistete Anzahlung, Restzahlungen (Betrag und Termin), geschätzter Zeitpunkt der Fertigstellung ihrer Trophäen, Kosten für Dokumentation und Anfertigen der Versandkiste (Crate). Bei mehreren Jägern: wessen Trophäen sollen in welche Kiste. Für einen guten Präparationsbetrieb ist das alles selbstverständlich. In Südafrika schießen aber "Taxidermy" Betriebe wie Pilze aus dem Boden und leicht gerät man an den Falschen!